17. April 2019

Kraft Heinz Aktie - warum ich mir keine Sorgen mache

Mit dem Kauf der Aktie von Kraft Heinz ist man am fünftgrößten Lebensmittelproduzenten der Welt beteiligt.

Die Kraft Heinz Company entstand 2015 durch den Kauf von Kraft Foods durch Heinz.

Der Chart der Kraft Heinz Company von 2015 (Gründung) bis 2019:

Die Dividende der Kraft Heinz Company beläuft sich auf 1,60 Dollar je Aktie in 2019 und 2020.

Kraft Heinz - Kennzahlen

Geschichte der H. J. Heinz Company

1869 Henry John Heinz (1844-1919) und L.C. Noble gründen die Heinz, Noble & Company. 

1875 Pleite des Geschäfts. 

1876 F&J. Heinz Company nach Reorganisation. 

Einführung von Heinz Tomato Ketchup. 

1888 Umbenennung in H.J. Heinz Company (nach Übernahme von Anteilen). 

1892 Nutzung des Begriffs „57 Varieties“

Einführung von Heinz Tomato Soup

1900 Börsennotierung der H.J. Heinz Company. 



1919 Tod von H.J. Heinz. Sein Sohn Howard Heinz folgt ihm nach. 

1931 Einführung von Fertigsuppen und Babykost.  

1937 Verdoppelung des Geschäftsvolumens seit 1919. 

1939 Umsatzerlöse: 105 Millionen US-Dollar. 

1941 Tod von Howard Heinz. 

H.J. Heinz II, der Sohn von Howard Heinz, wird Nachfolger.

1946 Verdoppelung der Umsätze seit 1941 auf 200 Millionen US-Dollar bei einem Nettogewinn von 4 Millionen US-Dollar. 

Expansion nach Holland, Japan, Italien und Portugal. 

1955 Werbung im Fernsehen von „Heinz 57“. 

1960 Kauf von Reymer & Bros. 

1961 Kauf von Hachmeister, Inc. 

1963 Kauf von StarKist Foods. 

1965 Ernennung von R. Burt Gookin als Unternehmenschef (erstes Nicht-Familienmitglied). 

In den letzten 25 Jahren hatte sich die Nahrungsmittelindustrie durch den Aufstieg von Supermarktketten sowie veränderten Verkaufs- und Marketingsystemen enorm verändert. 

Kauf von Ore-Ida Foods. 

1967 „Beanz Meanz Heinz“-Slogan. 

1975 Kauf der Hubinger Company. 

1978 Kauf von Weight Watchers. 

1979 Neuer Unternehmenschef wird Anthony (Tony) J.F. O’Reilly

1980 Restrukturierung. 

1980-1986 Eigenkapitalrendite stieg von 9% (1972) auf 23,3% in 1986

Kauf von zwanzig Unternehmen für insgesamt 416 Millionen US-Dollar. 

1987 Tod von H.J. Heinz II. 

Kauf eines Mehrheitsanteils an Win-Chance Foods in Thailand (Babynahrung und Milchprodukte). 

1988 Umstrukturierung. 

1990 Expansion nach Russland und China. 

1991 Tod von Henry John Heinz III

1992 Kauf von Wattie. 

1993 Verkauf von Hubinger. 

1994 Kauf von J.L. Foods (Foodservice) und Farley’s (Babynahrung). 

Übernahme der All American Gourmet Company mit der Marke Budget Gourmet

1995 Kauf des Katzennahrungs-Geschäfts von Quaker Oats beinhaltet 

Kibbles’n Bits, 
Gravy Train und 
Ken-L Ration. 

1996 Kauf von Boulder (Babynahrung). 

1997 Restrukturierung. 

Verkauf der Foodservice-Aktivitäten bei Ore-Ida u.a. 

Kauf von John West Foods (Thunfisch). 

1998 William R. Johnson ist neuer CEO. 

1999 Restrukturierung. 

Verkauf von Weight Watchers. 

Heinz ist weltweit viertgrößte Nahrungs- und Getränkemarke. 

2000 Kauf eines 19%igen Anteils an Hain Food (Bioprodukte) und des Tiefkühlgeschäfts von United Biscuits. 

Einführung natürlicher Produkte für Hauptmarken. 

2001 Namensgebung des Heinz Field Sportstadiums in Pittsburgh. 

2002 Verkäufe u.a. von StarKist Sea Food.


2005 Kauf von HP mit 

Lea&Perrins und 
Worcestershire Sauce

2008 Kauf von Golden Circle. 

2013 Verkauf von Heinz an Berkshire Hathaway (Warren Buffett) und 3 G Capital.

Ernennung von Bernando Hees zum CEO von Heinz, dem vorherigen CEO von Burger King, beendet die 40-jährige Geschäftsbeziehung zwischen Heinz und McDonald’s.



Geschichte der Kraft Foods Group

1903 Begründung von Kraft durch den Aufbau eines Käsehandels von James Lewis Kraft. 

1909 Gründung der J.L. Kraft & Bros. Company. 

1920 Beginn der internationalen Expansion von Kraft. 

1924 Umbenennung der J.L. Kraft & Bros. Company in Kraft Cheese Company sowie 

Börsennotierung. 

1925-28 Postum Company kauft die Jell-o Company mit den Marken 

Baker’s chocolate” und 
Maxwell House“ Kaffee 

1926 Anteilserwerb von Kraft an Fred Walker & Co. mit Brotaufstrich „Vegemite“.


1927 Kraft fusioniert mit der Phenix Cheese Corporation mit Philadelphia zur Kraft Cheese Company. 

Einführung von Velveeta durch Kraft. 

1929 Postum Company benennt sich um in General Foods Corporation. 

Fleischmann Company, Chase & Sanborn und die Royal Baking Powder Company fusionieren zu “Standard Brands”. 

1930 Kauf von Kraft Cheese Company durch die National Dairy Products Corporation. 

Einführung von Kraft Mayonnaise.

1933 Einführung von Miracle Whip durch Kraft. 

1937 Einführung von Kraft Macaroni

1939-1945 Umstellung der Produktion bei Kraft während der Kriegsjahre auf die Belieferung der eigenen Streitkräfte. 

1945 Die Kraft Cheese Company benennt sich um in Kraft Foods Company. 

1947 Start vom Kraft Television Theatre. 

1950 Einführung von Kraft Deluxe (Scheibletten). 

1953 General Foods kauft Perkins Products mit Kool Aid

1961 Standard Brands kauft Planters Nut & Chocolate Co. 

1968-1969 National Dairy Products benennt sich um in Kraftco

1971 National Biscuit Company wird zu Nabisco. 

1975 Einführung von „Kraft Macaroni & Cheese“. 

1976 Umbenennung der Kraftco in Kraft

1980 Fusion von Kraft und Dart Industries (Non-Food) für mehr Wachstum. 

1981 General Foods kauft Oscar Meyer & Co. 

Fusion von Nabisco und Standard Brands zur Nabisco Brands. 

Nabisco Brands kauft die Life Savers Company. 

1985 Kauf von General Foods durch 
Philip Morris

R.J.Reynolds kauft Nabisco. 

1986 Dart & Kraft trennen sich in Kraft Inc. (Nahrung und Duracell) und Premark (alle übrigen Aktivitäten). 

1988 Kraft verkauft Duracell. 

1988 Philip Morris kauft Kraft. 

1989 General Foods und Kraft werden zur Kraft General Foods. 

Nabisco verkauft ihr europäisches Keks- und Crackergeschäft. 

1990 Kraft General Foods kauft Jacobs Suchard. 

Nabisco verkauft Aktivitäten im Bereich Asien-Pazifik. 

1993 Jacobs Suchard kauft Freia Marabou

Kraft General Foods kauft das Kalt-Cerealien-Geschäft der RJR Nabisco und verkauft das Eiskrem-Geschäft und Birdseye. 

1994 Kraft General Foods verkauft Foodservice. 

1999 Verkauf des internationalen Tabakgeschäfts von RJR Nabisco an Japan Tobacco und 

Abtrennung des US-Tabakgeschäfts: 

Erneute Börsennotierung der R. J. Reynolds Tobacco Company. 

2000 Philip Morris kauft Nabisco, den Weltmarktführer bei Keksen, Kuchen und Snacks. 

2001 Philip Morris verkauft einen 16,1 %igen Anteil an Kraft über die Börse. 

2007 Unabhängigkeit von Kraft Foods durch Börsennotierung nach Abspaltung von der Altria Group (ehemals Philip Morris). 

Kauf u.a. der Marken Lu und Mikado von Danone. 

2010 Übernahme von Cadbury

Verkauf des Tiefkühl-Pizza-Geschäfts. 

2012 Aufspaltung von Kraft Foods in 

Kraft Foods Group (nordamerikanische Geschäfte) und 

Mondelez International (Snacks, Süßwaren und Lebensmittel außerhalb Nordamerikas)

2015 Übernahme der Kraft Foods Group durch Heinz führt zur 

Kraft Heinz Company 

mit Bernardo Hees als Unternehmenschef. 


2017 Gescheiterter Übernahmeversuch von Unilever durch Kraft Heinz.

Absturz des Aktienkurses 

mit der Bekanntgabe der Zahlen zum 4. Quartal 2018 am 22. Februar 2019.

Ausführlich dazu:

Die Kraft Heinz Company hat am 22. Februar 2019 folgende Unternehmensergebnisse mitgeteilt:

4. Quartal 2018 (ausgewiesen)
- Erhöhung der Umsätze um 0,7% auf 6,9 Mrd. Dollar,
- Verminderung des operativen Ergebnisses von 1,5 Mrd. auf -14,1 Mrd. Dollar,
- Verminderung des Gewinns je Aktie von 6,52 auf -10,34 Dollar.

4. Quartal 2018 (bereinigt)
- Erhöhung der Umsätze um 2,4% auf 6,9 Mrd. Dollar,
- Verminderung des EBITDA um 13,9% auf 1,7 Mrd. Dollar,
- Verminderung des Gewinns je Aktie um 6,7% auf 0,84 Dollar.

1.-4. Quartal 2018 (ausgewiesen)
- Erhöhung der Umsätze um 0% auf 26,3 Mrd. Dollar,
- Verminderung des operativen Ergebnisses von 6,1 auf -10,2 Mrd. Dollar,
- Verminderung des Gewinns je Aktie von 8,95 auf -8,39 Dollar,

1.-4. Quartal 2018 (bereinigt)
- Erhöhung der Umsätze um 0,8% auf 26,1 Mrd. Dollar,
- Verminderung des EBITDA um 8,8% auf 7,1 Mrd. Dollar.
- Verminderung des Gewinns je Aktie um 0,6% auf 3,53 Dollar.

Die bereinigten Zahlen berücksichtigen Währungskursschwankungen und durch Umstrukturierungen entstandene Mehrkosten u.a. 


Diese sind zwar schlechter als meine Erwartungen (3,63 zu jetzt 3,53), aber eigentlich nicht so wild.

4 Gründe, warum der Aktienkurs um etwa 30 Prozent (!) abstürzt.

1.    Der Ausweis von Abschreibungen auf den Goodwill in Höhe von 15,4 Mrd. Dollar (das führt zu den desaströsen ausgewiesenen Zahlen).

Hintergrund: 

Vermögenswerte (Marken wie auch Gebäude) werden laufend bewertet, aber vor allem zur Bilanzerstellung zum Jahresende hin. 

Weltweit setzen die Menschen zunehmend auf frische und regionale Lebensmittel und machen einen Bogen um Fertigprodukte (wie sie Kraft Heinz hat). 

Das führt zu schlechter als bisher prognostizierten Umsätzen und Gewinnen und führt letztlich zur Absenkung des Werts einzelner Kraft Heinz-Marken. 

Dies ist ein bilanzieller Vorgang – es fließt keinerlei Geld oder so.

2.    Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC seit Oktober 2018 hinsichtlich der Rechnungslegung und interner Kontrollen. 

Dies führte bisher zu einem erhöhten Ausweis von Kosten in geringfügigem Ausmass von 0,025 Mrd. Dollar.

Wenn nicht mehr gefunden wird, ist das an sich kein Problem (nur sehr schlecht für das Image).

3.  Kraft Heinz rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2019 wegen der höheren Ausgaben für Marketing sowie Investitionen in Innovationen und
E-Commerce mit einem weiteren Rückgang des operativen Gewinns. 

Beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kalkuliert der Konzern derzeit mit einem Ergebnis zwischen 6,3 und 6,5 Milliarden Dollar. 

2018 sank der Wert um neun Prozent auf knapp 7,1 Milliarden Dollar.

4.  Absenkung der Quartals-Dividende von 0,625 auf 0,40 Dollar je Aktie.

Fazit:

Die Anleger – und mich eingeschlossen – waren völlig überrascht von diesem negativen Quartalsbericht. 

Und dieser Schock führte letztlich zu diesem herbem Aktienkursrückgang.


Verschiebung der Quartalsergebnisse

Die Kraft Heinz Company muss die Veröffentlichung der Ergebnisse für das 1. Quartal 2019 verschieben, denn der Jahresabschluss für 2018 wird noch von der US-Börsenaufsicht SEC untersucht.

Dies hängt mit den – bekannten - Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC seit Oktober 2018 hinsichtlich der Rechnungslegung und interner Kontrollen zusammen.

Es ist bekannt, dass die Geschäftsberichte für 2016 und 2017 um insgesamt 181 Millionen US-Dollar zusätzlich belastet werden. 

Bei Umsatzerlösen von 26 Milliarden US-Dollar ist das eine winzige Korrektur. 

Es führt vorübergehend zu einem verschlechterten Kreditrating, was wiederum zu erhöhten Zinssätzen bei der Aufnahme von Darlehen führt.

Dies alles ist an sich kein Problem, nur wiederum sehr schlecht für das Image. 

Die Aktie wird daher gemieden und ist unverändert bei etwa 29 Euro je Aktie.

Neuer Chef

Der bisherige Unternehmenschef Bernardo Hees wird am 30. Juni 2019 durch Miguel Patricio ersetzt.

Dieser gilt als Marketing-Fachmann. 

Seit 2005 arbeitete der gebürtige Portugiese für Anheuser-Busch Inbev, wo er zuletzt den Posten des Chief Marketing Officer inne hatte. 

Zuvor war er für Philip Morris, Coca-Cola und Johnson&Johnson tätig.

Über seine Strategie für Kraft Heinz ist bisher nichts zu erfahren. 

Er wird sich wohl gerade in das Unternehmen einarbeiten.  


Kraft Heinz Company (3. Quartal 2019)

Die Kraft Heinz Company hat am 31. Oktober 2019 folgende Unternehmensergebnisse mitgeteilt:

3. Quartal 2019 (ausgewiesen)
- Verminderung der Umsätze um 4,8% auf 6,1 Mrd. Dollar,
- Erhöhung des Nettogewinns um 45,3% auf 0,9 Mrd. Dollar,
- Erhöhung des Gewinns je Aktie um 58,0% auf 0,74 Dollar.

3. Quartal 2019 (bereinigt)
- Verminderung der Umsätze um 1,1%,
- Verminderung des EBITDA um 7,8% auf 1,5 Mrd. Dollar,
- Verminderung des Gewinns je Aktie um 9,2% auf 0,69 Dollar.

1.- 3. Quartal 2019 (ausgewiesen)
- Verminderung der Umsätze um 4,8% auf 18,4 Mrd. Dollar,
- Verminderung des Nettogewinns um 26,2% auf 1,8 Mrd. Dollar,
- Verminderung des Gewinns je Aktie um 26,3% auf 1,43 Dollar.

1.- 3. Quartal 2019 (bereinigt)
- Verminderung der Umsätze um 1,5% auf 18,4 Mrd. Dollar,
- Verminderung des EBITDA um 15,9% auf 4,5 Mrd. Dollar,
- Verminderung des Gewinns je Aktie um 19,9% auf 2,13 Dollar.

Die bereinigten Zahlen berücksichtigen Währungskursschwankungen und durch Umstrukturierungen entstandene Mehrkosten u.a.  

Die Zahlen sind weit besser als die (niedrigen) Erwartungen.

Die Dividende ist unverändert geblieben.

Ich bleibe langfristig in der Kraft Heinz Company investiert und behalte mir weiterhin vor, Aktien von Kraft Heinz zu gegebener Zeit nachzukaufen.


Kraft Heinz Company (4. Quartal 2019)

Die Kraft Heinz Company hat am 13. Februar 2020 folgende Unternehmensergebnisse mitgeteilt:

4. Quartal 2019 (ausgewiesen)
- Verminderung der Umsätze um 5,1% auf 6,5 Mrd. Dollar,
- Verbesserung des Nettogewinns von -12,6 auf 0,18 Mrd. Dollar,
- Erhöhung des Gewinns je Aktie von -10,3 auf 0,15 Dollar.

4. Quartal 2019 (bereinigt)
- Verminderung der Umsätze um 2,2%,
- Verminderung des EBITDA um 6,6% auf 1,6 Mrd. Dollar,
- Verminderung des Gewinns je Aktie um 14,3% auf 0,72 Dollar.

Gesamtjahr 2019 (ausgewiesen)
- Verminderung der Umsätze um 4,3% auf 25,0 Mrd. Dollar,
- Veränderung des Nettogewinns von -10,2 auf 1,9 Mrd. Dollar,
- Veränderung des Gewinns je Aktie von -8,36 auf 1,58 Dollar.

Gesamtjahr 2019 (bereinigt)
- Verminderung der Umsätze um 1,7% auf 25,0 Mrd. Dollar,
- Verminderung des EBITDA um 13,7% auf 6,1 Mrd. Dollar,
- Verminderung des Gewinns je Aktie um 18,8% auf 2,85 Dollar.

Es gibt zumindest 3 Gründe, warum der Aktienkurs heute um etwa 8 Prozent (!) abstürzt.

1.    Der (von mir befürchtete) erneute Ausweis von Abschreibungen auf den Goodwill in Höhe von 0,7 Mrd. Dollar (das führt zu den schlechten ausgewiesenen Zahlen).

Hintergrund: Vermögenswerte (Marken wie auch Gebäude) werden laufend bewertet, aber vor allem zur Bilanzerstellung zum Jahresende hin. 

Weltweit setzen die Menschen zunehmend auf frische und regionale Lebensmittel und machen einen Bogen um Fertigprodukte (wie sie Kraft Heinz hat). 

Das führt zu schlechter als bisher prognostizierten Umsätzen und Gewinnen und führt letztlich zur Absenkung des Werts einzelner Kraft Heinz-Marken. 

Dies ist ein bilanzieller Vorgang – es fließt keinerlei Geld oder so.

2.    Der neue Chef Miguel Patricio ist weiterhin mit der Ausarbeitung der (offiziellen) künftigen Strategie beschäftigt.

Sie soll im September 2020 offengelegt werden (ursprünglich Mai 2020).

Die Statements von Patricio legen nahe, dass er das Produktportfolio für zu ausufernd hält. 

Er will sich auf weniger Marken konzentrieren und zwar auf die Marken mit dem größten Wachstums- und Gewinnpotenzial.

Patricio hat einen 3-Stufen-Plan benannt. 

2020 wird laut Patricio ein Jahr der Stabilisierung.

3.    Einen finanziellen Ausblick für 2020 gibt es nicht.

Das wurde nicht gut aufgenommen.

Wenn die Börse eines nicht mag, dann ist das Unsicherheit.

Die Anleger – mich diesmal nicht eingeschlossen – waren wiederum überrascht von diesem negativen Quartalsbericht.

Und dies führte letztlich zu einem deutlichen Aktienkursrückgang.

Die Dividende ist unverändert geblieben. 

Geschäftstätigkeit

Kraft Heinz ist der fünftgrößte Lebensmittelproduzent der Welt. 

Die bekanntesten Marken sind Kraft und Heinz.

Das Produktportfolio umfasst 

Gewürze und Saucen (26%),
Käse und Milchprodukte (21%), 
Haltbare Lebensmittel (9%), 
Gefrorene und gewürzte Speisen (8%), 
Fleischwaren und Fisch (10%) und 
Kinder und Nahrungsergänzung (3%) u.a. 


Operative Einheiten, Umsätze, Markenprodukte 

GESAMTER UMSATZ: 26.487

davon 

USA: 18.641 (Kraft, Oscar Meyer, Heinz, Planters, Velveeta, Philadelphia, Lunchables, Maxwell House, Capri Sun*, Ore-Ida, Kool-Aid, Jell-O), 

Canada: 2.309 (Kraft, Heinz, Cracker Barrel, Philadelphia, Maxwell House, P’Tit Cheese, Tassimo*), 

Europa: 2.366 (Heinz, Plasmon, Pudliszki, Honig, HP, Benedicta, Weight Watchers*) und

Rest der Welt (ist: Lateinamerika und AMEA („Asien-Pazifik, Middle East, Afrika)): 3.171 (Heinz, ABC, Master, Quero, Golden Circle, Wattie’s, Kraft, Complan, Glucon D) 

(*unter Lizenz). 

Die Herstellung der Produkte erfolgt durch 

41.000 Beschäftigte in 

83 eigenen Fabriken (43: USA, 3: Canada, 11: Europa und 26: Rest der Welt) sowie

4 geleasten Fabriken (2:USA und 2:Rest der Welt).

Meine Einschätzung

Kraft Heinz befindet sich in meinem Depot.

Der Kauf war ein Fehler, da ich für das Unternehmen zuviel bezahlt habe.

Die Rendite eines Investments bestimmt sich durch den Kaufpreis.

Dennoch bin ich – trotz der zahlreichen negativen Meldungen in den letzten zwei Jahren – von den langfristigen Aussichten des Unternehmens überzeugt. 

Das Problem lag im vorherigen Management – Bernardo Hees u.a. – das enormen Wert auf Kostenreduzierung legte und übersah, dass das im Bereich von Marken so nicht umgesetzt werden kann.

Marken benötigen gezielte Investitionen, um den Wert zu halten.

Die Unterfinanzierung der Marken führte zur Abschreibung des Goodwill auf einzelne Marken, was zum enormen Aktienkursverlust führte und durch das jetzige Management um Miguel Patricio wieder rückgängig zu machen ist. 

Das Vertrauen in das Unternehmen hat schwer gelitten und Vertrauen ist DIE Währung an der Börse.

Dies führte zu einer erheblich reduzierten Aktienbewertung (niedriges KGV).

Es herrscht Unsicherheit und das ist Gift für jeden Aktienkurs:

Dennoch mache ich mir keine wirklichen Sorgen um mein Geld.

Lebensmittel-Marken wie Kraft, Heinz, Philadelphia usw. verstehe ich komplett und bin mir sicher, dass ein gutes Management die finanzielle Stärke dieser Marken heben kann und wird.

Kraft Heinz wurde vor dem Kauf von mir extensiv analysiert hinsichtlich Markenstärke usw.

Kraft Heinz bleibt eine Aktie, die ich nicht wieder verkaufen werde ("Aktie für immer").

Sie befindet sich damit in meinem Depot auf einer Stufe mit Coca-Cola, Pepsi und Altria.

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